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17. Juli 2012
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Bayern ist bunter als man denkt

Christa Steiger, Sozialexpertin der SPD im Bayerischen Landtag: Für transidente Menschen muss eine absolute Gleichstellung gewährt sein

„Das sogenannte ‚Transsexuellengesetz‘ aus dem Jahr 1980, das die Bedingungen der Änderung des Vornamens und des Geschlechtseintrags in Geburtsregister und Geburtsurkunde regelt, ist in vielen Teilen überholt und vom Bundesverfassungsgericht aufgehoben“, so die SPD-Abgeordnete Christa Steiger. Sie ist überzeugt: „Expertenwissen ist notwendig, um das Gesetz auf neue Füße zu stellen.“ Zu diesem Zweck lud sie am 12. Juli 2012 zu einem Fachforum unter dem Titel „Bayern ist bunter als man denkt“, um mit Vertretern Transgender-Gruppierungen über eine Gesetzesreform zu diskutieren.

Kai-Moritz Gerstenberger, Co-Leiter der Freizeitgruppe FrienTS, beklagte in seinem Referat, dass es für transidente junge Menschen keine zentrale Anlaufstelle mit hauptamtlichen Mitarbeitern gibt, so wie es das auch für jüngere Schwule und Lesben schon längere Zeit gebe. Transsexuelle Menschen müssten ebenso Akzeptanz in der Gesellschaft finden, wie es den Homosexuellen seit einigen Jahren gelungen ist.

Jonas Fischer vom Verein Transmann e.V. pochte entschlossen auf eine Überarbeitung des Transsexuellengesetzes: „Für eine rechtliche Personenstandsänderung darf kein ärztliches Guthaben mehr nötig sein, sondern vielmehr sollte dieser Vorgang mit einer unkomplizierten eidesstattlichen Erklärung durchgeführt werden“. „Weg vom Gerichtsakt, hin zum Verwaltungsakt“, fasste Fischer seine Forderung zusammen.

Katharina Neureiter konnte in ihrem Vortrag davon berichten, dass Transfrauen, also von Mann zu Frau gewandelte Personen, speziell in ihrem beruflichen Umfeld auf weniger Akzeptanz stoßen als Transmänner. Dieser Aussage konnte sich auch Dr. Dorette Poland, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie anschließen. „Transidente Menschen sind Leidende“, so Dr. Poland, „insbesondere Transfrauen, da diese oftmals nicht das Gefühl haben werden, zu 100 Prozent weiblich zu sein.“

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Schwusos, Ulf Schröder, machte in seinem Vortrag die Position der SPD zum Thema Transidentität deutlich. Er begrüßte die steigende Zahl sich outender transidenter Menschen, betonte aber auch, dass „Transsexualität kein Randthema sein darf, sondern seinen Platz in der Mitte der Gesellschaft finden muss.“

Abschließend fasste die Sozialpolitikerin Steiger zusammen: „Das Fachforum ist ein erster Aufschlag in der Diskussion um Transidentität. Man darf dieses Thema nicht aus den Augen verlieren. Die Bayern-SPD wird weiterhin darüber informieren und sich für die Belange transidenter Menschen einsetzen.“

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Reiner

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