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17. Februar 2011
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Nutzung Erneuerbarer Energien muss Vorrang vor CCS haben

Ludwig Wörner sieht CO2-Abscheidung und -Speicherung grundsätzlich skeptisch

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat 408 potenzielle Standorte zur Lagerung von CO2 aufgelistet, darunter auch mögliche Standorte in Bayern. Das Bayerische Wirtschaftsministerium erklärt dazu, geologische Speicher unter der Erde lieber für Geothermie nutzen zu wollen. Ludwig Wörner, energie- und umweltpolitischer Sprecher der SPD, sieht das ähnlich: „Die Nutzung Erneuerbarer Energien und der Schutz des Trinkwassers müssen hier Vorrang vor der Lagerung des bei der Kohleverstromung anfallenden CO2 haben.“

Der SPD-Energiepolitiker sieht die CO2-Abscheidung und -Speicherung (Carbon Dioxide Capture and Storage, CCS) grundsätzlich skeptisch: „Dies ist extrem energieintensiv, weswegen für die Erzeugung der gleichen Strommenge erheblich mehr Kohle vonnöten ist“, so Wörner. Dies verschlechtere den Wirkungsgrad der Kraftwerke enorm. Insgesamt würde noch mehr CO2 produziert. Zudem sei die Technik weit von der Marktreife entfernt.

Verwundert zeigt sich Wörner über die Aussage des Ministeriums, man sehe sich bei der CO2-Lagerung nicht in der Pflicht, da es in Bayern „so gut wie keine Kohlekraftwerke zur Stromerzeugung“ gebe. Wörner: „Genauso könnten die anderen Bundesländer bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Müll die Verantwortung auf Bayern schieben, da deutschlandweit nirgendwo so viel hochradioaktiver Müll produziert wird wie in Bayern. Diejenigen, die am lautesten nach dem möglichst langen Betrieb von Kernkraftwerken schreien, wollen mit dem anfallenden Atommüll nichts zu tun haben. Bei der CO2-Lagerung wird genau umgekehrt argumentiert. Das nenne ich Doppelmoral.“

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