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28. Oktober 2010
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Rolle rückwärts von Söder: Bayerns Kernkraftwerke müssen doch nachgerüstet werden

Ludwig Wörner: Umweltminister hat die ganze Zeit gelogen

Bayerns Umweltminister Söder hat heute erklärt, dass die fünf bayerischen Kernkraftwerke für die geplanten Laufzeitverlängerungen für 1,2 Milliarden Euro nachgerüstet werden müssen. Für den Pannenreaktor Isar I sind 250 Millionen Euro vonnöten. Dazu Ludwig Wörner, der energie- und umweltpolitische Sprecher der bayerischen SPD-Landtagsfraktion: „Damit ist klar: Söder hat die ganze Zeit gelogen." Bislang hatte der Minister stets betont, dass die bayerischen Kernkraftwerke absolut sicher wären. „Söders Eingeständnis ist ein Offenbarungseid. Wenn nun gleich mit einem Milliardenbetrag nachgerüstet werden muss, kann es mit der Sicherheit der Kernkraftwerke wohl nicht weit her sein", so der SPD-Energiepolitiker.

Ludwig Wörner warnte zugleich davor, die Bevölkerung mit der nun angedachten Nachrüstung in Sicherheit zu wiegen: „Die alten Siedewasserreaktoren wie Isar I sind nicht vollständig nachrüstbar. Eine komplette Nachrüstung käme einem Neubau gleich." Professor Manfred Zehn von der Technischen Universität Berlin hat kürzlich mit modernen Methoden die Sicherheit der Reaktorkessel von Siedewasserreaktoren aus der Baulinie 69 überprüft. Er kommt dabei zu dem Ergebnis, dass die Sorgen vor Rissen am Reaktorkessel berechtigt sind.

Ein Siedewasserreaktor der Baulinie 69 kommt auch beim bayerischen Kernkraftwerk Isar I zum Einsatz. Die Beteuerungen des Isar I-Betreibers E.ON, dass der Reaktorkessel regelmäßig überprüft werde, sind nicht stichhaltig, da selbst nach Aussage des langjährigen Chefkonstrukteurs der Kernkraftwerke des Vattenfall-Konzerns Lars-Olov Höglund die Schwachstellen am Reaktordruckbehälter nicht vollständig überprüfbar sind.

Für Ludwig Wörner zeigt Söders neuerliche Rolle rückwärts einmal mehr, dass man sich bei der Sicherheit der Kernkraftwerke nicht auf die Beteuerungen der Staatsregierung verlassen könne.

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