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19. Oktober 2010
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SPD-Tourismussprecher Paul Wengert für stärkere Betonung des qualitativen Wachstums im Tourismusbereich

Qualität des Personals hängt auch ein gutes Stück von der Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten in den touristischen Berufen ab

"Das neue tourismuspolitische Konzept war mehr als überfällig; der Tourismus hat sich in den 16 Jahren Laufzeit des alten Konzepts rasant und vor allem global entwickelt", stellt der tourismuspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Paul Wengert, zur Vorlage des neuen Konzepts der Staatsregierung fest. Wengert verweist als Beispiel auf das alpine Nachbarland Österreich, das sich in dieser Zeit einen klaren Vorsprung erarbeitet hat.

Vor allem ökologische Aspekte und der Grundsatz der Nachhaltigkeit müssten im Wettbewerb deutlicher herausgestellt werden; dazu stehe allerdings das nahezu uneingeschränkte Ja der Staatsregierung zu Beschneiungsanlagen in Widerspruch. "Viel stärkere Betonung muss auf qualitatives Wachstum gelegt werden, das sich messbar in Aufenthaltsdauer, Auslastung und Renditen der Betriebe, der Zahl der Beschäftigten und der Gästezufriedenheit widerspiegelt", fordert der SPD-Landtagsabgeordnete.

Auch die SPD sieht gute Chancen in einer besseren Vernetzung im Gesundheitstourismus, wie sie bereits auf ihrer Herbstklausur in Bad Gögging vor einem Monat deutlich gemacht hat. Die Landtags-SPD stellte dort ein eigenes Arbeitspapier zum Tourismus in Bayern vor. "Die Wertschöpfungskette im Gesundheitsbereich reicht von der Herzoperation ausländischer Gäste bis hin zum Wellness- und Beauty-Angebot für sie begleitende Personen", so Wengert. "Barrierefreiheit ist schon lange ein Qualitätsmerkmal und zudem Zeichen der Wertschätzung gegenüber unseren Gästen", stellt der SPD-Politiker weiter fest.

Leider bleibe das Konzept schlüssige und konkrete Antworten auf die neu erhobene Forderung schuldig, der ländliche Raum solle künftig noch mehr vom wachsenden Städtetourismus profitieren. "Dieser Spagat ist erklärungsbedürftig", so Wengert. Halbherzig sei die Feststellung, ohne qualifiziertes Personal laufe jedes Qualitätsversprechen ins Leere. Die Qualität des Personals hängt auch ein gutes Stück von der Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten in den touristischen Berufen ab. Diese sei dringend verbesserungsbedürftig.

Wengert: "Ein österreichischer Kellner genießt ein ganz anderes Ansehen als eine deutsche Bedienung." Das hänge auch wesentlich von den Arbeitsbedingungen und der Bezahlung ab, die viele gut ausgebildete Beschäftigte veranlasse, ins Ausland zu gehen. Deshalb sei es halbherzig, wenn die Staatsregierung sich dazu auf die Feststellung beschränke, dass die Verantwortung für die Gestaltung eines attraktiven Arbeitsumfeldes und das Image der Tourismusberufe die Branche trage. "Das ist mir deutlich zu wenig; denkbar wäre an dieser Stelle die Förderung eines gezielten Coachings von Betriebsinhabern und Beschäftigten für ihre tägliche Arbeit", so der tourismuspolitische Sprecher. Wengert: "Tourismus in Bayern muss allen gut tun, auch den Beschäftigten." Insgesamt enthalte das neue Konzept "zu viel alten Wein in neuen Schläuchen".

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