Laufzeitverlängerungen blockieren Erneuerbare Energien - Experten bestätigen Haltung der SPD
Ludwig Wörner verweist auf Aussagen von BWE-Präsident Albers und SWM-Geschäftsführer Dr. Mühlhäuser
Im Rahmen einer von der bayerischen SPD-Landtagsfraktion veranstalteten Podiumsdiskussion diskutierten am Montagabend Energieexperten über die Auswirkungen der Laufzeitverlängerungen auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Dabei wurde die Haltung der SPD-Landtagsfraktion in dieser Frage bestätigt. Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE), führte aus, dass längere Laufzeiten der Kernkraftwerke zur Verstopfung der Stromnetze führten. Künftige Milliardeninvestitionen des deutschen Mittelstands in den Ausbau der Erneuerbaren Energien gerieten so in Gefahr. Dr. Kurt Mühlhäuser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München (SWM), äußerte ebenfalls die Befürchtung, dass durch die Laufzeitverlängerungen der Ausbau der Erneuerbaren Energien gebremst würde. Daher hätten sich die SWM immer gegen längere Laufzeiten ausgesprochen.
Als einziger der Podiumsteilnehmer sprach sich Stefan Albat, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), für längere Laufzeiten der Kernkraftwerke aus. Diese sei nötig, „um die Neustrukturierung der Energieversorgung sicher und zu bezahlbaren Strompreisen durchführen zu können". Ludwig Wörner, der energie- und umweltpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion wies dagegen darauf hin, dass Deutschland Stromexport-Weltmeister sei. „Im ersten Quartal 2010 entsprach der deutsche Exportüberschuss in etwa der Menge von sechs Kernkraftwerken, obwohl die Meiler Krümmel und Brunsbüttel aufgrund von Störfällen stillstanden. Also selbst wenn wir acht Kernkraftwerke vom Netz nehmen würden, hätten wir immer noch eine ausgeglichene Strombilanz", so Wörner.
Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz, kritisierte, dass noch kein einziges Gramm hochradioaktiven Atommülls sicher entsorgt werden konnte. Daher müssten jetzt umgehend die Weichen für den Ausstieg aus der Atomenergie gestellt werden, statt den Atomkonzernen zusätzliche Gewinne zu bescheren.
Ludwig Wörner sieht die Position der SPD durch die Ausführungen der Energieexperten bestätigt: „Wir wollen die Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien. Durch die Laufzeitverlängerungen werden die Erneuerbaren Energien aber auf Jahrzehnte ausgebremst und die Marktmacht der Atomkonzerne zementiert. Mit ihrem Festhalten an der veralteten Kernenergie zeigt die Bayerische Staatsregierung einmal mehr, dass sie beim Ausbau der Erneuerbaren Energien im Bremserhaus sitzt."
Mitglied des Ausschusses des Bayerischen Landtags für Umwelt und Gesundheit. Umweltpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Wohnungsbaupolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.