Max macht Schule: Gerecht ist, wenn wir mitbestimmen!

8 Fragen an
Ann-Sophie Winter,
Landesschülervertretung Bayern

Wo drückt Euch als Schüler am meisten der Schuh?
Das G8 tut sehr weh, auch die Hauptschule, dass sie noch existiert. Den Schülern würde es viel besser tun, wenn es nur eine Schule gäbe, eine Schule für alle. In jedem Fall brauchen wir andere Unterrichtsformen, eine andere Lehrerausbildung und auch ein anderes Lehrer-Schüler-Verhältnis. Der Notendruck muss weniger werden; es darf nicht mehr so viel aussortiert werden. Und natürlich brauchen wir mehr Mitbestimmung, denn im Moment sieht es sehr schlecht aus in der Schule. Als normaler Schüler, wenn man nicht Schülersprecher ist oder Klassensprecher, hat man nichts zu sagen und nichts zu melden.

Ist die Hauptschule zu retten?
Im Moment versucht Minister Schneider, mit seiner Hauptschulinitiative die Hauptschule zu retten. Aber wir glauben, dass man sie nicht retten kann und dass diese dreigliedrige Schulform kein gutes Schulsystem ist, weil schon nach der vierten Klasse aussortiert wird. Da kann man noch gar nicht einschätzen, wer was machen möchte, welchen Beruf man ergreifen will und wie intelligent ein Schüler ist. Intelligenz vererbt sich ja nicht. Deswegen ist dieses Aussortieren problematisch: die Prozentzahl von Akademikerkindern, die aufs Gymnasium dürfen, ist viel höher als bei Kindern mit Migrationshintergrund.

Wo brennt es beim G 8?
Beim G 8 wäre es eine Chance gewesen, dass die zweite Fremdsprache wieder in der 7. Klasse beginnt. Das wäre nicht ganz so viel Stress und hätte die schlimme Situation aus dem letzten Jahr verbessert. Durch das G8 sind die Schüler noch mehr vom Geldbeutel der Eltern abhängig, um sich die notwendige Nachhilfe leisten zu können. Das darf nicht sein. 90 Millionen Euro Nachhilfe allein für die Gymnasiasten in Bayern sind unglaublich.

Was haltet Ihr vom Sitzenbleiben?
Da sind wir total dagegen. Man soll die Kinder fördern und nicht einfach nur aussortieren. Wer es nicht schafft, der muss auf eine andere Schule. Wenn es nur eine Schule für alle gibt, weiß auch der Lehrer, der Schüler ist noch drei Jahre da, da muss ich helfen.

Schülerzeitungen ohne Zensur - ist das heute Realität?
Die Wahlmöglichkeit bei den Schülerzeitungen finde ich gut. Aber ich weiß nicht, wie das angenommen wird. Wenn man nicht den Direktor fragt, darf man ja die Schülerzeitung nicht mehr auf dem Schulgelände verkaufen und man mindestens 18 sein oder ein Elternteil muss die Verantwortung übernehmen.

Erkennt das Kultusministerium die Landesschülervertretung an?
Die Landesschülervertretung ist nicht anerkannt. Das wird auch nie der Fall sein. Nächstes Jahr startet in Bayern ein Pilotprojekt, das dieses Jahr in Schwaben gelaufen ist. Dann sollen für alle Schularten - also für Förderschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium, BOS/FOS und berufliche Schulen ? Bezirksschülersprecher und Stellvertreter gewählt werden, die sich zwei Mal im Jahr auf Landesebene treffen und im Januar 2008 erstmals den Landesschülerrat aus je einem Landesschülersprecher für jede Schulart bilden.

Ist der Landesschülerrat eine echte Vertretung der Schüler?
Der Landesschülerrat ist demokratisch legitimiert, weil er von den Schülern gewählt wird. Erstmals sollen dafür Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt werden, die allerdings bestimmt nicht ausreichen, um eine arbeitsfähige Schülervertretung zu finanzieren, die auch Kongresse und Seminare anbietet. Rechte hat auch der Landesschülerrat nicht, zum Beispiel ein Anhörungsrecht im Bildungsausschuss. Außerdem bilden. Außerdem wird das Gremium durch seine seltenen Treffen sehr schwerfällig sein; Schüler und Jugendliche denken in Tagen und Wochen und nicht in Jahren, wie die Politiker. Wenn die nächste Sitzung ein halbes Jahr dauert und dann erst Anträge gestellt und Finanzierungen gesichert werden müssen, dann ist man sehr schnell mit der Schule fertig, ohne was umgesetzt zu haben.

Seht Ihr im Landeschülerrat eine Zukunft?
Wir werden natürlich ausloten, was wir bewegen können. Es wird sehr davon abhängen, wie aktiv die gewählten Schülervertreter sein wollen und können. Auch davon, ob Finanzmittel zum Beispiel über Fördervereine eingeworben werden können.

Ann-Sophie Winter ist Vorstandsmitglied in der Landesschülervertretung Bayerns. Die 17-jährige Schülerin besucht die 11. Klasse des Nikolaus-Kopernikus-Gymnasiums in Weißenhorn und ist auch Bezirksschülersprecherin für die Gymnasien in Schwaben.
Die Landesschülervertretung Bayern ist unter www.lsv-by.de  zu erreichen.
Interview: BayernVorwärts 9/2007

 

Ann-Sophie Winter
ist Vorstandsmitglied in der Landesschülervertretung Bayerns.
Die 17-jährige Schülerin besucht die 11. Klasse des Nikolaus-Kopernikus-Gymnasiums in Weißenhorn und ist auch Bezirksschülersprecherin für die Gymnasien in Schwaben.
Interview: BayernVorwärts 9/2007

www.lsv-by.de

 

Die Ergebnisse der Schülerversammlung:

 

Das Grundgesetz für Bayerns Schulen

 

Dokumentation:

Die Einladung:
Landesweite Schülerversammlung,
Freitag, 20. Juli 2007
im Bayerischen Landtag

 

Kontakt:
MaXmachtSchule@
bayernspd-landtag.de

 

BayernSPD Landtagsfraktion

 

Der Bayerische Landtag

 

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