
SPD fordert: Anspruch der Kinder auf einen Betreuungsplatz in Bayern und stufenweise Einführung der Beitragsfreiheit. Rheinland - Pfalz macht es vor. Vorlage zur Pressekonferenz mit Dr. Simone Strohmayr, familienpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion.

Seit Anfang dieses Jahres ist in Rheinland-Pfalz das letzte Kindergartenjahr beitragsfrei. Dies ist jedoch nur der Anfang einer einmaligen Bildungsoffensive von Ministerpräsident Kurt Beck und Bildungsministerin Doris Ahnen.
Die Gebührenfreiheit soll für die gesamte Dauer des Kindergartens eingeführt werden: 2006 ist bereits das letzte Kindergartenjahr kostenfrei, von 2008 bis 2010 wird je ein weiteres Jahr für die Eltern kostenfrei.
Ein Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz besteht in Rheinland-Pfalz bereits jetzt für Dreijährige und soll ab 2010 für Zweijährige eingeführt werden, dieser Anspruch soll dann schrittweise aufgebaut werden. Doris Ahnen: " Wir wollen vor allem den Bildungsauftrag der Kindertagesstätten weiter stärken, weil Chancengleichheit ganz stark mit der frühkindlichen Bildung zusammenhängt und nicht erst mit der Schule beginnt."
Auswirkungen des neuen Bayerischen Kinderbildungs- und Erziehungsgesetzes
In Bayern dagegen müssen sich Eltern, deren Kinder eine Kindertagesstätte besuchen oder künftig besuchen sollen, mit den Auswirkungen des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (BayKiBiG) herum schlagen: Sie haben nach wie vor keinen durchsetzbaren Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz, sondern sind angewiesen auf eine Bedarfsplanung, die in vielen Kommunen nur äußerst schleppend erstellt wird und die letztlich von ihrer Finanzkraft abhängig ist.
Die Versorgung mit Krippenplätzen beträgt bayernweit 2,4 Prozent und mit Hortplätzen vier Prozent, ergab eine Studie des Landtagsamtes. Die Staatsregierung verkündet zwar immer wieder, dass sie das Angebot an Kinderbetreuungsplätzen ausbauen möchte, gleichwohl werden künftig in Bayern Einrichtungen schließen, da sie mit der Finanzierung nach dem neuen Gesetz nicht lebensfähig sind.
Forderungen der SPD-Landtagsfraktion
Die CSU hat alle Anträge der SPD, die Eltern von Gebühren freizustellen, abgelehnt, obwohl der Freistaat Bayern finanziell besser gestellt ist als Rheinland Pfalz. Damit spart die Staatsregierung nicht wie sie vorgibt für kommende Generationen, sondern an kommenden Generationen. Die Situation könnte grotesker nicht sein: Während sich die zuständige Ministerin Christa Stewens (CSU) einerseits mit der Einführung des neuen Bildungs- und Erziehungsplans ausdrücklich zum Bildungsauftrag der Kindertagesstätten bekennt und Ministerpräsident Stoiber fordert, alle Kinder in Bayern müssten bei Schuleintritt über genügend Deutschkenntnisse verfügen, werden zusätzliche staatliche Mittel verweigert, um diesen Bildungsauftrag auch umzusetzen zu können.
Die Landtags SPD fordert daher dringend Nachbesserung des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes