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10 Gründe für eine neue Bildungskultur in Bayern
6. Frühkindliche Bildung wird in Bayern vernachlässigt

Jahre an Bildungszeit, gerade im wichtigen vorschulischen Alter, gehen in Bayern ungenutzt verloren, weil Betreuungs- und Bildungsangebote ebenso fehlen wie die finanziellen Mittel für die Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsplans, der Grundlage für eine frühkindliche, kindgerechte Bildung in Krippen und Kindergärten sein könnte.

10 Schritte zu einer neuen Bildungs-kultur in Bayern

Bayern ist im bundesweiten Vergleich Schlusslicht bei flächendeckenden Kindertagesangeboten für alle notwendigen Altersgruppen. Zwar ist es in den letzten Jahren gelungen, die Bedarfsdeckungsquote bei den Kindergärten für Kinder von 3 bis 6 Jahren auf derzeit ordentliche 98%, zu erhöhen, in den Krippen allerdings stehen nur 2,3% der Kinder Plätze zur Verfügung und in den Horten ist lediglich für 3,4% der Kinder Platz. Viele Kindergärten bieten keine Ganztagsbetreuung an.
(Quelle: Bayer. Landesamt für Statistik)

Die PISA-Studien zur Grundschule zeigen, dass gerade die frühe Förderung von Kindern eine wichtige Grundlage für schulischen und beruflichen Erfolg ist. Überdies zeigen die Ergebnisse der medizinischen und pädagogischen Forschung schon seit Jahren, dass Kinder weit früher als nach der heute gängigen Einschulung mit frühestens sechs Jahren schon weit bessere Lernerfolge haben können als bisher angenommen.

Mit individueller Förderung kann im kindlichen Alter schnell und effektiv begonnen werden. Dafür bedarf es in Bayern eines  verbindlichen Bildungs- und Erziehungsplan, der im Augenblick noch fehlt.
Überdies ist eine umfassende Kinderbetreuung unverzichtbar für die Erwerbsbeteiligung und damit auch die moderne Lebensplanung von Müttern. 70 Prozent der nicht erwerbstätigen Mütter mit Kindern bis zu 12 Jahren wünschen die Aufnahme von Erwerbsarbeit;  diesen Wünschen steht ein unzureichendes Angebot an Plätzen für die Kinder entgegen.
(Weitere Daten dazu: "Form der Kinderbetreuung und Arbeitsmarktverhalten von Müttern in West- und Ostdeutschland”; Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Juni 2002; PD Dr. Felix Büchel (Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin) und Dr. C. Katharina Spieß (DIW Berlin).

(13.01.2006)