
Kein Schulabschluss reicht heute noch für ein ganzes Berufsleben aus. Bildung und Fortbildung müssen auch nach der Schule weitergehen. Dies wird in Bayern vernachlässigt, öffentliche Mittel für Volkshochschulen und Erwachsenenbildung wurden zurückgefahren.
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Vielmehr bilden die genannten Bildungsziele lediglich den markanten Abschluss einer Lernphase, der sich zwangsläufig die nächste Lernphase anschließt. Daher ist auch nicht alleine die Schule als Bildungsort anzusehen, sondern darüber hinaus auch im "Freizeitleben”. Im Kinder- und Jugendalter bietet hierbei vor allem die offene und verbandliche Jugendarbeit einen bedeutenden Ort zur Erlangung sozialer Kompetenzen. Gemeinschaftssinn, Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein sind wesentliche Qualifikationen, die hier erlebt, ausprobiert und erlernt werden.
Lebenslanges Lernen heißt das Schlüsselwort, wenn man auf dem Arbeitsmarkt mithalten, einen Beruf- oder Schulabschluss nachholen oder sich einfach nur weiterbilden will.”
Quelle: Bundesministeriums für Bildung und Forschung
Die Wahrscheinlichkeit, in und mit dem Beruf, den man als Jugendlicher erlernt hat, alt zu werden, ist heute nur noch gering. Die Prognosen der Arbeitsmarktforscher gehen eher davon aus, dass man in Zukunft durchschnittlich vier bis fünf mal seinen Beruf wechseln muss, wenn man immer konsequent auf die Angebote des Arbeitsmarktes eingehen will. Diese Veränderungen der Arbeitsbiographien mit vielfachen Wechseln der Arbeitsstellen, der Wunsch oder die Notwendigkeit des Wiedereinstiegs in das Berufsleben des zweiten Elternteils nach der Erziehungszeit oder die Integration von Zuwanderern nach Deutschland sind nur einige Punkte die aufzeigen, dass "Lebenslanges Lernen” wichtiger geworden ist und an Bedeutung noch gewinnen wird.
Der Weiterbildungsbereich ist inzwischen auch in Bayern der größte Bildungssektor.
In Bayern haben im Jahr 2000 5,4 Millionen Bürgerinnen und Bürger (zum Vergleich Schülerzahlen aller Schulen, incl. berufliche Schulen im Schuljahr 2000/2001: 1,8 Mio.) an rund 260.000 Veranstaltungen der Erwachsenenbildungsträger teilgenommen. Das ist ein Teilnehmeranstieg gegenüber dem Jahr 1976 um mehr als 40 Prozent.
Quelle: Schule und Bildung in Bayern 2002 (Kultusministerium)
Der Blick in den Haushalt verdeutlicht, dass im Bildungssystem Bayern diesem Umstand nicht Rechnung getragen wird.
Dem gestiegenen Bildungsinteresse in der Erwachsenenbildung stehen rückläufige Mittel aus dem Staatshaushalt gegenüber:
Ausgabenanteil der Erwachsenenbildung an den Gesamtausgaben für Unterricht und Kultus:
1997 0,6%
2002 0,4%
Quelle: Bayerischer Staatshaushalt
Die Folge: Teilnehmer müssen immer mehr Eigenbeteiligung erbringen.
Beispiel: VHS Bayern zur Finanzierung der Angebote
50 %: Teilnehmerentgelte
30 %: Anteil Kommunen
13 %: Bund und EU
8 %: Land Bayern
Dabei hat Bayern einen spezifisch bayerischen Weiterbildungsbedarf.
Bayern hat im Vergleich zu anderen Bundesländern bei allen Schülerinnen und Schülern der 8. Klassenstufe den höchsten Anteil von Hauptschülern. Die Weiterbildungsberichte der Bundesregierung weisen auf erhebliche Disparitäten in der Bildungsbeteiligung hin. Je höher der Ausbildungsstand, desto größer in der Regel die Bildungsbereitschaft und das finanzielle Leistungsvermögen. Da die formale Schulqualifikation entscheidend für eine spätere Weiterbildungsteilnahme ist, ist es in Bayern besonders wichtig, bildungsfernere Personengruppen zur Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen anzusprechen. In Bayern arbeiten die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Betrieben mit Betriebsgrößen von 1-9 Beschäftigten. Je kleiner der Betrieb, desto geringer die Zahl der Teilnehmer an Weiterbildungsmaßnahmen, bzw. innerbetrieblichen Fortbildungsangeboten. In Bayern gibt es deutliche regionale Unterschiede bei der Wahrnehmung von Bildungsangeboten. Dies ist u.a. auf eine unterschiedliche Angebotsstruktur in den Regionen zurückzuführen.
Quelle: Schule und Bildung in Bayern
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