
Nicht die Fähigkeiten eines Kindes entscheiden über seine Schulkarriere, sondern seine soziale Herkunft. Bildung und Bildungsmangel werden in Bayern "vererbt". Zugleich ist die Bevölkerung in vielen Teilen Bayerns unterversorgt, was weiterführende Schulen angeht.
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Zum Problem der geringen Bildungsbeteiligung in Bayern kommen erschwerend die regionale Unterschiede bei den Zugängen zu den weiterführenden Schulen und zu den erreichten Abschlüssen (z.B. Hochschulreife: Differenz zwischen Ober- und Niederbayern = 9,9 Prozentpunkte).
Diese Unterschiede sind in den letzten 40 Jahren nur wenig verändert worden. Grundsätzlich haben Regionen mit niedriger Abiturientenquote einen recht hohen Realschüler-/innen-Anteil. Neben den Ausbildungs- und Arbeitsplatzkapazitäten der Wirtschaft, die offensichtlich den Bildungswillen der Region beeinflusst, spielt immer noch die Erreichbarkeit der weiterführenden Schulen eine große Rolle bei der Wahl des Bildungsganges.
Versorgung der Bezirke mit Realschulen
(jeweils beste und schlechteste Ergebnisse)
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1963/64 |
Mittelfranken |
74.455 |
Einwohner pro Schule |
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Schwaben |
29.247 |
Einwohner pro Schule | |
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2001/02 |
Mittelfranken |
48.524 |
Einwohner pro Schule |
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Niederbayern |
29.637 |
Einwohner pro Schule |
Versorgung der Bezirke mit Gymnasien
(jeweils beste und schlechteste Ergebnisse)
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1963/64 |
Unterfranken |
29.653 |
Einwohner pro Schule |
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Oberfranken |
35.328 |
Einwohner pro Schule | |
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2001/02 |
Oberbayern |
28.739 |
Einwohner pro Schule |
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Oberpfalz |
32.897 |
Einwohner pro Schule |
Übertritte nach der 4. und 5. Klasse zum Gymnasium nach Regionen
Die höchst unterschiedlichen Beteiligungsmöglichkeiten an weiterführenden Schulen (Gymnasium) werden hier besonders deutlich.
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Starnberg |
55,9% | |
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München Land |
49,6% | |
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Bamberg |
48,5% | |
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Erlangen |
48,0% | |
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München Stadt |
45,6% | |
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Hassberge |
22,2% | |
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Deggendorf |
22,7% | |
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Cham |
23,2% |
Ausnutzung der Übertrittsoption nach Noten
Die veröffentlichten Zahlen zeigen deutlich, dass die Übertrittsoption an das Gymnasium in Abhängigkeit von den Noten schichtenspezifisch ausgeschöpft wird. Bei Kindern von Freiberuflern liegt die Ausschöpfung der Übertrittsoption bei 90,6%, bei Beamtenkindern beträgt sie 77,6%, bei Kindern von Handel- und Gewerbetreibenden 63,3%, bei Angestelltenkindern 61,0% und bei Bauernkindern nur 27,1%. Es ist somit nach wie vor von einem durchaus beachtlichen, brachliegenden Bildungspotential vor allem bei den Arbeiter- und den Landwirtskindern auszugehen.
(Quelle: Daten aus der mündlichen Antwort zur SPD LT-Anfrage über die Ursachen für regionale Unterschiede in den Bildungsabschlüssen vom 13.März 2003)
Privatschulboom
Darüber hinaus steigt die Zahl der Privatschulen (in Deutschland) von 2.000 bzw. 4,5% aller Schulen (1992) auf 2.500 bzw. 6,2% (2002) in den letzten Jahren stetig. Immer mehr Eltern "flüchten" aus dem öffentlichen Bildungssystem. Die Kosten hierfür betragen pro Kind und Monat z.B. in München zwischen ca. 470 Euro (halbtags) und 620 Euro (ganztags). (Quelle: Der Spiegel)
(13.01.2006)Links zum Thema
Keiner darf verloren gehen.
Unsere Argumente
10 Gründe für eine neue Bildungskultur in Bayern
Unsere Vorschläge
10 Gründe für eine neue Bildungskultur in Bayern

Die Bildung der Kinder darf nicht
vom Geldbeutel der Eltern abhängen.
Keiner darf verloren gehen!
Bildungspolitischer Flyer der SPD-Landtagsfraktion (PDF)