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Zehn Gründe für eine neue Bildungskultur in Bayern
2. Die Zahl der Klassen mit über 30 Schülern hat sich in den letzten Jahren verdreifacht

Bayerns Schulklassen werden immer größer. Das belastet Schüler und Lehrer, senkt die Unterrichtsqualität und beschädigt Lern- und Lebenschancen. Die staatliche Einstellungspolitik hat erst arbeitslose Lehrer produziert, und mittlerweile fehlt der Lehrernachwuchs.


10 Schritte zu einer neuen Bildungs-kultur in Bayern

Die Zahl der Klassen mit über 30 Schülern hat sich in den letzten Jahren verdreifacht.

Im Schuljahr 2000/01 besuchten rund 155.000 Schülerinnen und Schüler eine Klasse mit über 30 Personen.
1988/89 gab es knapp 2.000 Klassen über 30. 2003/04 gab es 5.204 Klassen über 30. Das ist eine Steigerung  um 16 Prozent.

Grund- und Hauptschulen: 1988/89: 745 Klassen über 30,  2003/04: 343 Klassen über 30.
Realschulen: 1988/89: 271 Klassen über 30, 2003/04: 2521 Klassen über 30 Schülerinnen und Schüler.
Gymnasien: 1988/89: 903 Klassen über 30,  2003/04: 2340 Klassen über 30 Schülerinnen und Schüler.

Bayern verfügt damit unter allen Bundesländern über die höchsten Schülerzahlen  in den Klassen.
Quelle: BLLV Bayern, sowie: Schule und Bildung in Bayern 2004 (Kultusministerium)

Die Durchschnittsklassenstärken in Gymnasien und Realschulen sind massiv gestiegen. Realschule: 28,9 Schüler-/innen, Gymnasium: 28,6 Schüler-/innen, die Höchststärken liegen bei bis zu 38 Schüler-/innen.
Um eine Klassenhöchststärke von 33 Schülern an den Realschulen zu realisieren, braucht es 8 Mio. Euro.
Quelle: Bay. Realschullehrerverband ( im Interview mit dem MM, Nr. 181)

  • Im Schnitt fehlt aktuell an jedem der 300 staatlichen Gymnasien in Bayern 1 Vollzeit-Lehrkraft.
  • Es herrscht zum Teil ein extremer Mangel an Fach-Lehrkräften (Mathematik, Physik, Sprachen).
  • Gleichzeitig haben rund 2.500 fertig ausgebildete Junglehrer keinerlei Jobangebot erhalten, stehen "auf der Straße".
    Quelle: Presseveröffentlichungen; AG Bayerischer Junglehrer
(13.01.2006)