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Zehn Gründe für eine neue Bildungskultur in Bayern
1. Leistungs- und Auslesedruck verhindern eine individuelle Förderung der Schüler

Bayerns Schulsystem sortiert und es sortiert aus. Wer nicht mitkommt, kommt eben weg. Sitzen bleiben und Schüler ohne Abschluss sind ebenso die Folge wie zu wenige hohe, zukunftsfähige Bildungsabschlüsse.

10 Schritte zu einer neuen Bildungs-kultur in Bayern

Fast 9% der Schüler verlassen die Schule ohne Abschluss, nur 19,5% % erreichen das Abitur.

Abschlüsse

  • Insgesamt verlassen immer noch 8,51 % der bayerischen Schüler/innen  die Schule ohne Abschluss. 37,13% erreichen einen Hauptschulabschluss. 42,65% haben einen mittleren Abschluss. 11,35% erhalten die Fachhochschulreife und 19,56% die Hochschulreife
  • Auch die Anzahl der Schulabgänger mit Hochschulreife (Fachhochschule und Allgemeine Hochschulreife) stagniert.  1991: 25,0%,   2000: 29,8%,  2001: 29,4%, 2003: 31%.
  • Die regionalen Unterschiede sind nach wie vor noch sehr deutlich: Oberbayern: 32,5%, Niederbayern: 25,6%.
  • Trotz des kontinuierlichen Anwachsens der Zahlen der Schüler/innen, die den mittleren Schulabschluss erreichen, bleiben die regionalen Unterschiede deutlich: Niederbayern: 50,2%, Mittelfranken: 44,5%.

In Gutachten der OECD und den PISA-Auswertungen wird für die Industrieländer eine Abiturientenquote von 50 % gefordert! In Finnland verlassen  mehr als 55%  eines Jahr-gangs die Schule mit dem Abitur. Im Vergleich zu anderen Bundesländern und vor allem auch  zu Ländern mit PISA- Spitzenplätzen schöpft Bayern nach wie vor seine Bildungs-reserven mit ca. 20% Abiturienten, 46% Schulabgängern mit mittleren Bildungsab-schlüssen und 20% Hauptschulabsolventen mit qualifizierendem Abschluss nur sehr ungenügend aus.

Abiturientenquote  in Bayern landesweit (seit 1998 stagnierend bis rückläufig):
1965: 6,5 %,   1998: 19,0%,   1999: 19,4%,   2000: 19,6%,   2001: 18,7%,   2003: 18,9% (wie schon 1998!)

Übertritte von der Grundschule zum Gymnasium in Bayern (insgesamt seit 1990/91 stagnierend bis rückläufig).
1963/64: 15,0%,   1990/91: 36,6%,   2001/02: 34,4%,   2002/03: 34,6%
Quelle: Schule und Bildung in Bayern 2004 (Veröffentlichung des Kultusministeriums)

Abbrecherzahlen

Immer mehr Schülerinnen und Schüler machen in der Schulart, in der sie in der 5. Klasse gestartet sind, nicht ihren Abschluss. Vor allem am Gymnasium und an der Realschule ist das ersichtlich.
Von 44.106 Schülern die im Schuljahr 2001/02 das Gymnasium verlassen haben, haben 18.364 Schüler das Abitur nicht erreicht, sondern sind an andere Schularten gewechselt.
An den Realschulen verließen im Schuljahr 2001/2002 rund 8.000 Schüler (von 180.000) die Schule, ohne dort einen Abschluss gemacht zu haben.
Quelle: Statist. Landesamt Bayern, Statistische Bericht für Gymnasien und Realschule

Sitzenbleiber

  • Pro Jahr bleiben 60.000 Schüler sitzen (geschätzte Kosten: 250 Mio. Euro)
  • 2002 besuchten 846.372 Schülerinnen und Schüler in Bayern eine Volksschule
    (GS: 524.163, HS: 322.209)
  • davon mussten 17.976 Schüler-/innen die Klasse wiederholen (= 2,1 Prozent)
  • 182.583 Schüler besuchten eine Realschule
    davon mussten 20.859 Schüler-/innen die Klasse wiederholen (11,1 Prozent)
  • 329.076 Schüler besuchten ein Gymnasium
    davon mussten 15.327 Schüler-/innen die Klasse wiederholen (4,1 Prozent)
  • Insgesamt fielen in Bayern in diesen Schulen 2002 54.162 Schülerinnen und Schüler durch.

Setzt man durchschnittliche Aufwendungen von 4.500 Euro pro Schüler und Jahr an, so kostet das Sitzenbleiben in Bayern rund 245 Mio. Euro im Jahr. Geld, das in Fördermaß-nahmen für versetzungsgefährdete Schülerinnen und Schüler mit Sicherheit besser an-gelegt wäre.
Quelle: GEW Unterfranken; sowie: Schule und Bildung in Bayern 2002 (Veröffentlichung des Kultusministeriums)

(13.01.2006)