
Bayerns Schulsystem sortiert und es sortiert aus. Wer nicht mitkommt, kommt eben weg. Sitzen bleiben und Schüler ohne Abschluss sind ebenso die Folge wie zu wenige hohe, zukunftsfähige Bildungsabschlüsse.
Fast 9% der Schüler verlassen die Schule ohne Abschluss, nur 19,5% % erreichen das Abitur.

Abschlüsse
In Gutachten der OECD und den PISA-Auswertungen wird für die Industrieländer eine Abiturientenquote von 50 % gefordert! In Finnland verlassen mehr als 55% eines Jahr-gangs die Schule mit dem Abitur. Im Vergleich zu anderen Bundesländern und vor allem auch zu Ländern mit PISA- Spitzenplätzen schöpft Bayern nach wie vor seine Bildungs-reserven mit ca. 20% Abiturienten, 46% Schulabgängern mit mittleren Bildungsab-schlüssen und 20% Hauptschulabsolventen mit qualifizierendem Abschluss nur sehr ungenügend aus.
Abiturientenquote in Bayern landesweit (seit 1998 stagnierend bis rückläufig):
1965: 6,5 %, 1998: 19,0%, 1999: 19,4%, 2000: 19,6%, 2001: 18,7%, 2003: 18,9% (wie schon 1998!)
Übertritte von der Grundschule zum Gymnasium in Bayern (insgesamt seit 1990/91 stagnierend bis rückläufig).
1963/64: 15,0%, 1990/91: 36,6%, 2001/02: 34,4%, 2002/03: 34,6%
Quelle: Schule und Bildung in Bayern 2004 (Veröffentlichung des Kultusministeriums)
Abbrecherzahlen
Immer mehr Schülerinnen und Schüler machen in der Schulart, in der sie in der 5. Klasse gestartet sind, nicht ihren Abschluss. Vor allem am Gymnasium und an der Realschule ist das ersichtlich.
Von 44.106 Schülern die im Schuljahr 2001/02 das Gymnasium verlassen haben, haben 18.364 Schüler das Abitur nicht erreicht, sondern sind an andere Schularten gewechselt.
An den Realschulen verließen im Schuljahr 2001/2002 rund 8.000 Schüler (von 180.000) die Schule, ohne dort einen Abschluss gemacht zu haben.
Quelle: Statist. Landesamt Bayern, Statistische Bericht für Gymnasien und Realschule
Sitzenbleiber
Setzt man durchschnittliche Aufwendungen von 4.500 Euro pro Schüler und Jahr an, so kostet das Sitzenbleiben in Bayern rund 245 Mio. Euro im Jahr. Geld, das in Fördermaß-nahmen für versetzungsgefährdete Schülerinnen und Schüler mit Sicherheit besser an-gelegt wäre.
Quelle: GEW Unterfranken; sowie: Schule und Bildung in Bayern 2002 (Veröffentlichung des Kultusministeriums)
Links zum Thema
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