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SPD fragt in Münchner CSU-Affäre nach dem mysteriösen 3. Mann - Wo kam das viele Geld her? Alle Zeugen blockieren

Nach Aussage von Aribert Wolf klar: Hohlmeier-Dossier war nicht kurzfristig zusammengestellt, sondern das Material war bereits vorher gesammelt

Die SPD verbucht es als Erfolg, dass sie am heutigen Donnerstag im Hohlmeier-Untersuchungsausschuss des Landtags den Zeugen Rasso Graber als einen der Hauptstrippenzieher der Münchner CSU-Affäre bei seiner neuerlichen Vorladung überhaupt zur Aussage brachte und dieser die entscheidenden Treffen zur Geldübergabe für gekaufte CSU-Neumitglieder zugeben musste. 

Zahlreiche Fragen wirft dagegen für die stellvertretende Ausschusssvorsitzende Karin Radermacher und ihren SPD-Ausschusskollegen Hans-Ulrich Pfaffmann der Hinweis Grabers auf eine mysteriösen 3. Mann auf. "Wen will Graber damit schützen - warum kann er nicht sagen, wer dies ist - warum gibt er nicht zu, dass große Geldbeträge übergeben wurden?" Das sind für Radermacher und Pfaffmann die entscheidenden Fragen.

So gibt Graber zwar zu, dass ein Vermerk über 3750 Euro seine Handschrift trägt - doch er bestreitet, dass er größere Geldbeträge übergeben hat. "Höchst widersprüchlich und geheimnisvoll", meinen Radermacher und Pfaffmann: "Auf der einen Seite gibt Graber zu, dass Geld geflossen ist - auf der anderen Seite bestreitet er, jemals irgendwelchen Geldforderungen nachgekommen zu sein."

Auch will Graber durch Gespräche wissen, dass der CSU-Landtagsabgeordnete Haedke selbst Geld übergeben habe und schließt nicht aus, mit Haedke über größere Geldbeträge gesprochen zu haben. Für Radermacher und Pfaffmann kommt man damit zu dem entscheidenden Punkt: "Liegt die mangelnde Aussagebereitschaft aller Zeugen über konkrete Geldbeträge möglicherweise daran, dass die Herkunft dieses Geldes in jedem Fall verschwiegen werden soll, weil es sich um verstecktes Geld handelt? Hier gibt es nach wie vor Aufklärungsbedarf, damit die Wahrheit herauskommt."

Das Fazit der beiden SPD-Ausschussmitglieder: "Die Untersuchung konzentriert sich immer mehr auf den Punkt, wo das Geld in der Münchner CSU-Wahlfälscheraffäre herkommt. Hier blockieren alle Zeugen. Und wenn allenfalls immer nur von kleineren Beträgen die Rede ist, so summieren sich diese dann zu ganz stolzen Beträgen."

Aus der Aussage des früheren Münchner CSU-OB-Kandidaten Aribert Wolf ging eindeutig hervor: Monika Hohlmeier war von ihm vor dem entscheidenden Treffen mit der Münchner CSU-Spitze im Bürklein-Zimmer des Landtags informiert worden, dass sie dort zum Rücktritt aufgefordert werden sollte, weil sie jedes Vertrauen verloren hatte und kein Aufklärungsinteresse hatte.

Eindeutig geklärt sei nach der Aussage Wolfs auch, dass das berühmt-berüchtigte Hohlmeier-Dossiers gegen Parteifreunde ("Ich hab' gegen jeden von Euch etwas") bereits vor dem Treffen fertiggestellt war, da zum einen zwischen Wolfs Warnanruf und dem Treffen viel zu wenig Zeit geblieben wäre, all dies zusammenzustellen, und ihr zum anderen gar nicht bekannt war, wer alles in der Bürklein-Runde saß und auf sie wartete.

(07.07.2005)