
Angesichts dieses Milliardenlochs in der bayerischen Staatskasse fordert die SPD-landtagsfraktion den Verkauf der restlichen E.ON-Aktien des Freistaats im Wert von nahezu 680 Millionen Euro. Finanzminister Fahrenschon macht "Haushalts-Voodoo" und rechnet die Haushaltslage schön.
Die Ergebnisse der Steuerschätzung vom 14. Mai bedeuten für Bayern auch schon im Jahr 2009 massive Steuerausfälle gegenüber dem erst Anfang April verabschiedeten Doppelhaushalt. Daher ist umgehend ein Nachtragshaushalt 2009 erforderlich, den der Landtag noch vor der Sommerpause verabschieden kann. Die SPD-Landtagsfraktion will damit eine politische Entscheidung über den haushaltspolitischen Kurs herbeiführen, anstelle der seitens der Staatsregierung bereits angekündigten zusätzlichen Haushaltssperren. Angesichts dieses Milliardenlochs in der bayerischen Staatskasse fordert die SPD-landtagsfraktion den Verkauf der restlichen E.ON-Aktien des Freistaats im Wert von nahezu 680 Millionen Euro. Die SPD-Haushaltssprecherin Adelheid Rupp wirft
Finanzminister Fahrenschon "Haushalts-Voodoo" vor. Er rechne die Haushaltslage schön, wenn er in diesem Jahr nur ein Steuerminus von 800 Millionen Euro erwartet. Zu fürchten sei jedoch, dass die Steuerausfälle am Ende des Jahres bis zu 1,6 Milliarden Euro betragen könnten. Adelheid Rupp: "Ich halte es für ein Demokratiedefizit, wenn man versucht, mit Schönrednerei das Haushaltsloch zu stopfen", erklärte .
Den SPD-Antrag für den Haushaltsausschuss am 26. Mai und die damit verbundenen Forderungen haben Adelheid Rupp, MdL, haushalts- und finanzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, und Florian Ritter, MdL, stellvertretender Sprecher, vor der Presse im Landtag erläutert.
Die Vorlage zu Ihrer Pressekonferenz jhat folgenden Wortlaut:
Nachtragshaushalt 2009 jetzt!
Jetzt ist keine Haushaltstechnik sondern Haushaltspolitik notwendig.
1. Steuerausfälle 2009 für Bayern noch höher als die
vom bayerischen Finanzminister prognostizierten 800 Millionen Euro?
2. Einige Strukturdaten des Doppelhaushalts 2009/2010
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2008 |
2009 |
2010 | |
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Volumen |
49,03 Mrd. Euro (Sondersituation 10 Mrd. Euro für die BayernLB) |
41,22 Mrd. Euro |
42,75 Mrd. Euro |
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Steuereinnahmen |
31,85 Mrd. Euro |
30,94 Mrd. Euro |
30,10 Mrd. Euro |
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Personalausgaben |
16,05 Mrd. Euro |
16,90 Mrd. Euro |
17,72 Mrd. Euro |
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Sächliche Verwaltungsausgaben |
2,29 Mrd. Euro |
2,35 Mrd. Euro |
2,37 Mrd. Euro |
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Baumaßnahmen |
1,08 Mrd. Euro |
1,26 Mrd. Euro |
1,27 Mrd. Euro |
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Sonstige Sachinvestitionen |
0,36 Mrd. |
0,43 Mrd. Euro |
0,39 |
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Investitionsfördermaßnahmen |
13,67 Mrd. Euro (Sondersituation 10 Mrd. Euro für die BayernLB) |
3,86 Mrd. Euro |
3,99 Mrd. Euro |
800 Millionen Euro von geplanten 30,94 Milliarden Euro Steuereinnahmen in 2009 sind immerhin ein Steuerausfall von 2,6 Prozent.
3. Geplante Maßnahmen des Finanzministers
Der bayerische Finanzminister will die Steuerausfälle in Höhe von 800 Millionen Euro durch eine Reihe von haushaltstechnischen Maßnahmen kompensieren:
4. Bewertung der vorgesehenen Maßnahmen des Finanzministers
3. Rücklagen
Stand 31.12.07: 1,9 Mrd. Euro
Planmäßige Zuführung 2008: 0,4 Mrd. Euro
Überplanmäßige Zuführung wg. Steuermehreinnahmen: 1,5 Mrd. Euro
% Entnahme 2009 (Ausgleich Steuermindereinahmen): -1,1 Mrd. Euro
% Entnahme 2009 (Zinsen Kapitalmaßnahmen BayernLB): -0,2 Mrd. Euro
% Entnahmen 2010 (Haushaltsausgleich): -1,04 Mrd. Euro
% Entnahmen 2010 (Ausgleich Steuermindereinnahmen): -1,13 Mrd. Euro
% Entnahmen 2010 (Zinsen Kapitalmaßnahmen BayernLB): -0,4 Mrd. Euro
+ Zuführung 2010 (Zins-, Dividenden-, Gebühreneinnahmen BayernLB): +0,26 Mrd. Euro
4. Bayerische Beteiligung an der E.ON AG
Stand 31.12.04: 4,96 Prozent´
Stand 31.12.06: 2,28 Prozent
Stand 31.12.08: 1,44 Prozent